Samstag, 3. November 2018

Folge 001 (4.11.18)


 Folge 001 (4.11.18)





#Beatrix hat Hunger (Kapitel 01)


Beatrix beachtlicher Bauch berührte während der kurzen Fahrt zum nahegelegenen Supermarkt beachtlich regelmäßig das mit Kunstfell überzogene Lenkrad ihres rosaroten Kleinwagens. Ihr Auto war in den letzten 5 Jahren einfach nicht mit ihr mitgewachsen. Das Display ihres mit Swarovski Steinen verzierten Smartphones zeigte 19:08 Uhr an.
Beatrix bog auf den bereits mit Neon Licht beleuchteten Parkplatz des Konsumtempels recht rasant ein. Seit acht Minuten hatte sie Feierabend – in ihrer Magengegend machte sich bereits seit den Sahne Schnitten mit ihrer Bürokollegin um 16:00 Uhr ein Gefühl beängstigender Leere breit.

Obwohl die Temperatur in ihrem Auto angenehme 13 Grad betrug , schwitzte Beatrice unter ihren selbstverständlich rasierten Achseln. Das war ihr unangenehm. Der unter dem Rückspiegel angebrachte Duftbaum strömte einen penetranten Papaya Duft aus. Bis auf ein Dutzend Autos war der Parkplatz leer.
Wolfgangs Imbisswagen, welcher vor den geräumigen Toren des Lebensmittel Paradieses seinen Standplatz hatte, war bereits geschlossen. Dies missfiel Beatrix deutlich. Eine von Wolfis würzigen Würsten hätte sie vor ihrer Einkaufsmeditation doch gerne schnabuliert. So lecker ,lang und aromatisch. Dann halt eben nicht.

Beatrix parkte in unmittelbarer Nähe des geräumigen Eingangbereiches. Unter ihren nicht gerade klein geratenen Brüsten hatte sich während der Fahrt gleichfalls nicht unerheblich Schweiß gebildet. Teilweise war die Haut hier entzündet und die von Dr. W. verschriebene Salbe half ihr über dieses Leiden nur teilweise hinweg. 

Der MP4 Spieler ihres geleasten Wagens spielte einen Song der Weather Girls. Aber auch der gute Laune Pop der beiden Vollweiber konnte Beatrix nur teilweise von ihrem an Vehemenz gewinnenden Sodbrennen ablenken. Eine Spur von Mageninhalt begutachtete die Konsistenz ihrer Mundflora. Sie schluckte die süßliche Flüssigkeit wieder herunter. Beatrix schämte sich deswegen - in der Öffentlichkeit darf Frau sich schließlich keine Blöße geben. 

Schnell ein Kaubonbon aus der auf dem Beifahrer Sitz liegenden Handtasche und die unangenehme Erinnerung an Kotze war wieder in die unergründlichen Tiefen ihres nimmersatten Magens verschwunden. Beatrix hatte in derartigem Tun im Laufe der letzten Jahre eine beachtliche Abgeklärtheit entwickelt.
Wir betreten einen Supermarkt Routine die xte – selbstverständlich wurde vor dem Verlassen des Wagens im Rückspiegel eingehend Lippenstift, Make Up und Lidschatten eingehend auf Stärke und Deckkraft begutachtet. Nachdem hier ein paar wenige Nachbesserungen vollzogen wurden, widmete sich Beatrix schließlich der Analyse ihres geliebten Smartphones. 


Als neuerdings rechte Hand des Abteilungsleiters musste sie schließlich 24 / 7 erreichbar sein. 4 neue Messenger Nachrichten waren um 19:14 zu verzeichnen. Morgen also erst um 14:00 Uhr in das Büro. Ihrem Chef war dies vor 10 Minuten eingefallen. Das Meeting mit dem neuen Hauptaktionär verschob sich um 2 Stunden. Beatrix passte dies wunderbar in ihre Tagesplanung. Schließlich stand um 10:00 Uhr noch ein erneuter Besuch bei Dr. W. an. Dieser hatte den Termin gleichfalls noch einmal per Messenger bestätigt.
Seit sich Beatrix beim Digital Programm ihrer Krankenkasse angemeldet hatte, war diese Art der Kommunikation völlig normal. Beatrix liebte die Möglichkeiten der Digitalisierung. Mit einem Male war alles so einfach geworden. 

Nicht zuletzt das Einkaufen. Payroll Punkte waren eine weitere Leidenschaft von Beatrix. Diese bekam sie bei jedem Einkauf direkt auf ihr Smartphone gutgeschrieben. Zufrieden begutachtete sie ihr virtuelles Punkte Konto. Bald konnte sie sich wieder einen Einkaufsgutschein auszahlen lassen. Für irgend etwas musste ihre Fresserei schließlich auch gut sein. Payroll Punkte sammeln macht einfach Spaß. 


Ihr Sodbrennen hatte sich mit einer Salve halbverdauter Sahne wieder zurückgemeldet. Wieder herunter schlucken wird mit jedem Mal einfacher. Beatrix – der Mensch gewordene Wiederkäuer. 


Sie musste kurz lachen und entnahm ihrem Handschuh Fach eine halbvolle Dose Deo Spray. 10 Payroll Punkte beim letzten Einkauf im Drogeriemarkt – ein echter Preisschnapper.
Der Papaya Duft des Duftbaumes vermischte sich mit einem Invisible Fresch ohne Aluminiumsalze und Beatrix fühlte sich wieder bereit für die Gesellschaft.
Die Weather Girls ließen es Männer regnen und drinnen im Supermarkt warteten Payroll Punkte und pausenlose Gaumenfreuden. Wolfgang hätte heute ruhig bis 20.00 Uhr auflassen können. 


Digitale Zeiten an allen Orten – Messenger Nachricht Nr.3 stammte von Beatrix Stammapotheke. Dank ihrer Zuzahlung zu diversen Medikamenten wurden ihr satte 200 Punkte auf ihr Payroll Konto gutgeschrieben. Immerhin ein 10er Packen Milchschnitten. Beatrix Magen begann wie eine Katze zu schnurren. Ihr Sodbrennen war indes nicht besser geworden. 

Nachricht Nr.4 war privater Natur - ihr „Friend with spezial benefits“ Mohamed erinnerte sie an ihre Verabredung kommenden Samstag. Mohamed hatte sie während ihrer ehrenamtlichen Arbeit im Flüchtlingsheim kennengelernt. Ihm waren ihre Pfunde egal. Seinem beschnittenen Penis ebenfalls. Er wollte Sex und eine deutsche Frau. Der Samstag lag noch 72 Stunden in der Zukunft. Die Auslagen des Supermarktes höchstens 15 Minuten.
 
 



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