Folge 001 (4.11.18)
#Beatrix hat Hunger (Kapitel 01)
Beatrix beachtlicher Bauch berührte während der kurzen Fahrt zum
nahegelegenen Supermarkt beachtlich regelmäßig das mit Kunstfell
überzogene Lenkrad ihres rosaroten Kleinwagens. Ihr Auto war in den
letzten 5 Jahren einfach nicht mit ihr mitgewachsen. Das Display
ihres mit Swarovski Steinen verzierten Smartphones zeigte 19:08 Uhr
an.
Beatrix
bog auf den bereits mit Neon Licht beleuchteten Parkplatz des
Konsumtempels recht rasant ein. Seit acht Minuten hatte sie
Feierabend – in ihrer Magengegend machte sich bereits seit den
Sahne Schnitten mit ihrer Bürokollegin um 16:00 Uhr ein Gefühl
beängstigender Leere breit.
Obwohl
die Temperatur in ihrem Auto angenehme 13 Grad betrug , schwitzte
Beatrice unter ihren selbstverständlich rasierten Achseln. Das war
ihr unangenehm. Der unter dem Rückspiegel angebrachte Duftbaum
strömte einen penetranten Papaya Duft aus. Bis auf ein Dutzend Autos
war der Parkplatz leer.
Wolfgangs
Imbisswagen, welcher vor den geräumigen Toren des Lebensmittel
Paradieses seinen Standplatz hatte, war bereits geschlossen. Dies
missfiel Beatrix deutlich. Eine von Wolfis würzigen Würsten hätte
sie vor ihrer Einkaufsmeditation doch gerne schnabuliert. So lecker
,lang und aromatisch. Dann halt eben nicht.
Beatrix
parkte in unmittelbarer Nähe des geräumigen Eingangbereiches. Unter
ihren nicht gerade klein geratenen Brüsten hatte sich während der
Fahrt gleichfalls nicht unerheblich Schweiß gebildet. Teilweise war
die Haut hier entzündet und die von Dr. W. verschriebene Salbe half
ihr über dieses Leiden nur teilweise hinweg.
Der MP4
Spieler ihres geleasten Wagens spielte einen Song der Weather Girls.
Aber auch der gute Laune Pop der beiden Vollweiber konnte Beatrix
nur teilweise von ihrem an Vehemenz gewinnenden Sodbrennen ablenken.
Eine Spur von Mageninhalt begutachtete die Konsistenz ihrer
Mundflora. Sie schluckte die süßliche Flüssigkeit wieder herunter.
Beatrix schämte sich deswegen - in der Öffentlichkeit darf Frau
sich schließlich keine Blöße geben.
Schnell
ein Kaubonbon aus der auf dem Beifahrer Sitz liegenden Handtasche und
die unangenehme Erinnerung an Kotze war wieder in die unergründlichen
Tiefen ihres nimmersatten Magens verschwunden. Beatrix hatte in
derartigem Tun im Laufe der letzten Jahre eine beachtliche
Abgeklärtheit entwickelt.
Wir
betreten einen Supermarkt Routine die xte – selbstverständlich
wurde vor dem Verlassen des Wagens im Rückspiegel eingehend
Lippenstift, Make Up und Lidschatten eingehend auf Stärke und
Deckkraft begutachtet. Nachdem hier ein paar wenige Nachbesserungen
vollzogen wurden, widmete sich Beatrix schließlich der Analyse ihres
geliebten Smartphones.
Als
neuerdings rechte Hand des Abteilungsleiters musste sie schließlich
24 / 7 erreichbar sein. 4 neue Messenger Nachrichten waren um 19:14
zu verzeichnen. Morgen also erst um 14:00 Uhr in das Büro. Ihrem
Chef war dies vor 10 Minuten eingefallen. Das Meeting mit dem neuen
Hauptaktionär verschob sich um 2 Stunden. Beatrix passte dies
wunderbar in ihre Tagesplanung. Schließlich stand um 10:00 Uhr noch
ein erneuter Besuch bei Dr. W. an. Dieser hatte den Termin
gleichfalls noch einmal per Messenger bestätigt.
Seit
sich Beatrix beim Digital Programm ihrer Krankenkasse angemeldet
hatte, war diese Art der Kommunikation völlig normal. Beatrix liebte
die Möglichkeiten der Digitalisierung. Mit einem Male war alles so
einfach geworden.
Nicht
zuletzt das Einkaufen. Payroll Punkte waren eine weitere Leidenschaft
von Beatrix. Diese bekam sie bei jedem Einkauf direkt auf ihr
Smartphone gutgeschrieben. Zufrieden begutachtete sie ihr virtuelles
Punkte Konto. Bald konnte sie sich wieder einen Einkaufsgutschein
auszahlen lassen. Für irgend etwas musste ihre Fresserei schließlich
auch gut sein. Payroll Punkte sammeln macht einfach Spaß.
Ihr
Sodbrennen hatte sich mit einer Salve halbverdauter Sahne wieder
zurückgemeldet. Wieder herunter schlucken wird mit jedem Mal
einfacher. Beatrix – der Mensch gewordene Wiederkäuer.
Sie
musste kurz lachen und entnahm ihrem Handschuh Fach eine halbvolle
Dose Deo Spray. 10 Payroll Punkte beim letzten Einkauf im
Drogeriemarkt – ein echter Preisschnapper.
Der
Papaya Duft des Duftbaumes vermischte sich mit einem Invisible Fresch
ohne Aluminiumsalze und Beatrix fühlte sich wieder bereit für die
Gesellschaft.
Die
Weather Girls ließen es Männer regnen und drinnen im Supermarkt
warteten Payroll Punkte und pausenlose Gaumenfreuden. Wolfgang hätte
heute ruhig bis 20.00 Uhr auflassen können.
Digitale
Zeiten an allen Orten – Messenger Nachricht Nr.3 stammte von
Beatrix Stammapotheke. Dank ihrer Zuzahlung zu diversen Medikamenten
wurden ihr satte 200 Punkte auf ihr Payroll Konto gutgeschrieben.
Immerhin ein 10er Packen Milchschnitten. Beatrix Magen begann wie
eine Katze zu schnurren. Ihr Sodbrennen war indes nicht besser
geworden.
Nachricht
Nr.4 war privater Natur - ihr „Friend with spezial benefits“
Mohamed erinnerte sie an ihre Verabredung kommenden Samstag. Mohamed
hatte sie während ihrer ehrenamtlichen Arbeit im Flüchtlingsheim
kennengelernt. Ihm waren ihre Pfunde egal. Seinem beschnittenen Penis
ebenfalls. Er wollte Sex und eine deutsche Frau. Der Samstag lag noch
72 Stunden in der Zukunft. Die Auslagen des Supermarktes höchstens
15 Minuten.
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