Sonntag, 25. November 2018

Folge 004 (25.11.18)


#Beatrix kauft ein (Kapitel 04)

https://sozialpunkte.blogspot.com/2018/11/schwedentrunk-als-e-book.html

Endlich konnte sie den Verkaufsraum des Supermarktes betreten. Ihr Einkaufswagen steuerte als erstes die Wurstabteilung an. 2 Packungen flämische Leberpastete : Payroll Punkte und Geschmack Orgasmus. Zur Sicherheit noch 200 Gramm Krustenbraten. Mit Mayonnaise schmeckt alles gleich sehr viel besser. Sahne Käse und Butter – Brötchen sind ansonsten viel zu trocken.

Diese fand sie in ausreichender Zahl in der Backwarenabteilung. Die Schinken Croissants sahen sehr lecker aus – Spontankauf 3 Stück. Dazu noch eine gefüllte Blätterteigtasche für den Nachtisch. Selbstverständlich geizte auch die Backwarenabteilung nicht mit Payroll Punkten. Glücksmomente in Beatrix Leben. Ihr Sodbrennenn nahm sie nur noch als Hintergrundrauschen war.
Guter Pudding ist jeder Löffel wert. Besonders der mit Vanille und extra viel Sahne. Selbstverständlich landete hiervon eine 4er Packung inBeatrix Einkaufswaagen.

Im Payroll Rechenzentrum wurde wie immer Beatrix Bewegungsprotokoll durch die heiligen Hallen der Konsumfreuden aufgezeichnet und ausgewertet. Cola ohne Zucker – ein Unding. Und Undinge landen nicht in Beatrix Einkaufswaagen.

Kaum deutsch sprechende Mindestlohn Empfänger waren mit dem Auffüllen der Regale beschäftigt. Sie versperrten an vielen Stellen den freien Zugang zu den Regalen. Beatrix fühlte sich an den Hindernislauf im Schulsport erinnert. In Sport hatte sie früher bestenfalls durchschnittliche Zensuren. Na ja, zumeist eine Vier oder Fünf. Bei Mannschaftssportarten wurde sie durchschnittlich als drittletzte gewählt. Immerhin hatte sie sich vor vier Monaten im Fitness Studio angemeldet. Leider war sie bislang noch nicht zum trainieren gekommen. Ihr Job forderte sie einfach 24/7. Sie hatte oft das Gefühl, das sie die Firma alleine führen müsse. Zumindest ihre Fitness App hatte sie aber bereits installiert.

Selbstverständlich sollte der heutige Tag nicht ohne eine warme Mahlzeit enden. Die neuen Doppel Burger aus dem Tiefkühlregal standen hier ganz weit oben auf ihrer Präferenz Liste. Dicht gefolgt von der XXL Lasagne. Da sich Beatrix nicht entscheiden konnte, entschloss sie sich kurzfristig für beides. Zuerst das eine, dann das andere. Die anfallenden Payroll Punkte konnte sie schließlich auch gut gebrauchen. In ihrem Postleitzahlenbereich befand sie sich dieses Quartal auf Platz 7 der payroll Punktesammlerinnen.

Eine frische Packung Feuchttücher kann kein Fehler sein. Möglicherweise die Packung Slim Light Zigaretten – aber das Nikotin half Beatrix ungemein beim Stressabbau.
Im Zeitschriftenregal lächelten ihr die Cover diverser Frauenmagazine gebleached entgegen.

Trotz diverser Besuche beim Zahnarzt entsprach ihr Kauwerkzeug nur zum Teil dem „Weiß ist geil“ Schönheitsideal. Ihre Zähne waren leider leicht verfärbt. Auch zwei Zahn Bleaching Behandlungen konnten diesbezüglich nicht viel bewirken. Erbrechen hinterlässt eben seine Spuren. Danach fühlte sich Beatrix aber oftmals besser.

Neben Essen war Lesen ihre zweite Leidenschaft. Außerdem muss Frau ja auf dem laufenden sein, was gerade en vogue ist. Vegane Ernährung bereits bei Kleinkindern in der neuen Madleine oder Sex mit Männern aus islamisch geprägten Kulturkreisen in der Herbst Ausgabe der Berlin Woman. Zwei eigentlich sehr spannende Themen, welche das Interesse von Beatrix geweckt hatten.

Aber eigentlich war sie ja gerade mit der Lektüre eines neu erstandenen Buches beschäftigt. Ganz interessant und fesselnd : „Der Dusel in meinem Kopf“ von Nicole Horschel. Eine Art Tagebuch einer Psychotikerin aus Süddeutschland. In einer sehr bildhaften und mehrschichtigen Sprache geschrieben.
Da Beatrix ihre fesselnde Neuerscheinung unbedingt bis zum Wochenende zu Ende gelesen haben wollte, fehlten ihr zur Lektüre von Magazinen momentan eigentlich die Zeit.Dennoch entschloss sie sich zumindest zum Kauf der Berlin Woman.

Vielleicht konnte sie hier ja etwas über ihre Beziehung zu Mohamed lernen. Mohamed wollte oft Sex. Einen beschnittenen Penis hatte Beatrix zuvor noch nie gesehen. Er gab unverhohlen zu, das er auf füllige Frauen steht. Da er kaum deutsch sprach, unterhielt sie sich mit ihm mittels einer Mischung aus Denglisch und Gebärdensprache.
Oftmals bat er sie um etwas Geld. Beatrix verstand dies. Schließlich musste er sich in seinem Heimatland noch um seine kranke Mutter kümmern. Durchschnittlich sah sie Mohamed zweimal die Woche. Er musste schließlich ja auch noch deutsch lernen. Vier Jahre jünger war er auch noch. Und über seinen Asylantrag war auch noch nicht entschieden. Gelegentlich sprach er sogar von Heirat.
Na, laut Berlin Woman war sie diesbezüglich ja nicht alleine. Beatrix war jedenfalls auf die Erfahrungsberichte der anderen Frauen sehr gespannt. In dem Buch von Nicole Horschel wollte sie aber auf jeden Fall auch noch ein Kapitel lesen.

Beim erneuten Besuch der Tiefkühltruhe entschied sich Beatrix zum Kauf einer 500 g. Packung Speiseeis. Eis beruhigt den Hals wunderbar. Gelegentlich ist es wunderbar, sich selbst zu befreien. Aber eigentlich fand sie es ekelhaft, sich zu erbrechen. Selbstreinigung darf aber keinen Spass machen.

Sie beschloss, langsam an die Kasse zum zahlen zu gegen.
Die Payroll Punkte sollten endlich auf ihren Account gebucht werden ! Ihrer Rechung nach musste sie heute den „Super Doppler“ Modus erreicht haben. Alle Punkte im weiteren Verlauf dieses Monats würden dann doppelt zählen. Vielleicht konnte sie hiermit sogar auf Platz 1 der regionalen Payroll Rangliste gelangen. Sie spürte einen Anflug von Freude.

Außerdem fühlte sich Beatrix beobachtet. Da war doch wieder diese ekelige Alki Typ aus dem Eingangsbereich. Wohl am Nachschub kaufen. Aufdringlich starrte er zu ihr hinüber. Mit so schwarzen Zähnen würde sie sich schämen. Nächste Woche hatte sie einen weiteren Termin bei ihrem Zahnarzt. Beatrix hatte den Wunsch nach strahlend weißem Kauwerkzeug noch nicht aufgegeben. Ob die Krankenkasse wollte oder nicht – sie hatte zu bezahlen. Schließlich hatte sie einen verantwortungsvollen Job. Auf die Außenwirkung kommt es schließlich an.

Was der Typ nur von ihr wollte ? Beatrix fand ihn unangenehm. So konnte man sich doch nicht in der Öffentlichkeit geben. Daheim wollte sie erst einmal essen. Und ihre Payroll Punkte noch einmal selbst auswerten. Das verschaffte ihr eine beruhigende Befriedigung.

 

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