#Beatrix tut Buße (Kapitel 09)
Jeder
muss für seine Sünden Verantwortung übernehmen. Beatrix stand auf,
verließ die Küche und wankte in Richtung Toilette. Ihr Magen fühlte
sich wie ein Fußball an, welchen man zu lange der Ballpumpe
überlassen hatte.
Selbstverständlich
war auch dieser ganz in rosa gehaltene Raum mit moderner
Digitaltechnik ausgestattet. Vollautomatische Lichtregulation; beim
Betreten des Raumes wurde präventiv eine Reinigungsflüssigkeit in
die Toiletten Schüssel gegeben.
Beatrix
fixierte ihre halblangen blondierten Harre mittels eines schwarzen
Haargummis. Sie betrachtete sich in dem über dem Waschbecken
angebrachten Jugendstil Spiegel. Immer noch Yufka Reste und Soße um
ihren Mundwinkel. Das Make Up hatte fast komplett aufgehört, zu
existieren. Verschmierter Lippenstift. Beatrix zog ihren Kimono aus
und war jetzt komplett nackt. Sie streichelte über ihren komplett
aus den Fugen geratenen Bauch. Das Fleisch fühlte sie kalt an. Tod.
Brustwarzen immer noch seltsam aufgerichtet; rote Streifen um die
Fett Wucherungen. Der Wasserhahn spendete kaltes Wasser. Es lief über
ihre verschwitzten Hände. Flüssig Seife gegen die Bakterien. Auch
hierfür gab es Payroll Punkte. Seife, nichts als Seife. Das Wasser
entfernte sie restlos.
Ihre
Brüste erinnerten sie an Melonen der Handelsklasse D. Beatrix
öffnete den kleinen Schrank unter dem Waschbecken. Die automatische
Beleuchtung funktionierte hier auch tadellos. Sie entnahm eine 100er
Packung mit Einmal Fingerlingen aus Latex. Die Packung war halb leer.
Doppelte Zahl an Payroll Punkten. Je einen stülpte sie über Mittel-
und Zeigefinger ihrer rechten Hand. Der Schutz passte trotz ihrer
Wurstfinger perfekt. Auf keinen Fall den Nagellack ruinieren. Scham
Behaarung bereits wieder einen Tick zu lang. Vielleicht wäre
erneutes waxing doch eine Alternative.
Der
Magen hämmerte im Schranz Style. Sie versuchte aufzustoßen ;
Fehlanzeige. Raumtemperatur angenehme 23 Grad. Beatrix kniete sich
vor die Toilettenschüssel. Das Rosarot glänzte wie im Werbefilm
eines Toiletten Reinigung Herstellers. Nicht einmal den Ansatz einer
Verunreinigung konnte sie erkennen. Eine Toiletten Schüssel, aus
welcher man sogar essen könnte. Saubere Schüssel – der Stolz
eines jeden Haushaltes. Hochglanz Werbe Prospekt. Beatrix war stolz.
Toilette - der ewige Kreislauf von Nahrung.
„Perfekt
day“ von Lou Reed aus den intelligenten Boxen. Das Latex der
Fingerlinge war Geruch neutral. Zeige- und Mittelfinger berührten
Beatrix heute früh noch frisch geschrubbte Zunge. Immer tiefer in
den Hals. Mit der linken Hand massierte sie ihren aufgequollenen
Bauch. Ihr Gurgel Zapfen fühlte sich entzündet und krank an. Sie
musste ihn reizen; herausfordern. Tränen Fluss in den Augen. Noch
einmal.
Rhythmisch
bewegte Beatrix ihren rechten Mittelfinger. Vor- und zurück. Tiefer;
immer tiefer. Lediglich verstärkter Speichelfluss – sonst nichts.
Sonst klappte derlei immer viel besser.
Sie
musste für ihre Sünden bezahlen. Beatrix stand auf und setzte sich
auf die Schüssel. Fast rostiger Urin Fluss. Reichlich. Sie griff
nach dem gleichfalls rosaroten Zahnputzbecher mit Manga Motiv. Auch
dieser strahlte vor Sauberkeit. Steril Bakterien Frei.
Beatrixhielt ihn in die Toiletten Schüssel und versuchte, hinein zu
pinkeln. Ihr mächtiger Bauch erschwerte dieses Unterfangen
zusätzlich. Warmer Saft und Hand machten Bekanntschaft. Immerhin ein
Teil fand den Weg in den Becher. Halbvoll; höchstens. Sie presste
nach. Ein paar Spritzer; sonst nichts. Bariton Gasentladung aus dem
Rectum. Inhaltsleer. Bauch nahe am platzen.
Beatrix
stand auf und kniete sich wieder vor die Toiletten Schüssel. In der
Linken hielt sie den halb voll gepinkelten Zahnputzbecher. An den
Fingern riechen. Der Urin war nicht Geruchs neutral. Bestialischer
Geruch. Würgen, doch das große Fressen will sich nicht zeigen. Auch
die Fingerlinge rochen nach Pisse. Trotzdem noch einmal in Richtung
Gurgel Zapfen. Wenigstens ein kleiner Strahl, welcher so etwas wie
Lasagne vermuten ließ. Die Peperoni war praktisch unverdaut.
Trotzdem Hoffnung.
Zahnputzbecher
angesetzt und in einem Zug gelehrt. Würgen, Würgen und nochmals
Würgen. Katharsis in Form einer gewaltigen Fontäne. Kreislauf von
Nahrung. Reingewaschene Schuld. Mehr, Mehr, immer mehr. Sie durfte
jetzt nicht nachlassen. Beatrix enttäuschte sich nicht; eine weitere
Salve wurde durch ihre Speiseröhre nach oben geschleudert. Bitterer
Nachgeschmack.
Das
vollautomatische Geruch Regulierung System hatte in der geräumigen
Toilette alle Sensoren voll zu tun. Die Musik Untermalung der
intelligenten Boxen war zur Nebensache geworden. Trotzdem taten diese
immer noch zuverlässig ihren Dienst. Selbst aus Beatrix Nase trat
Rotze. Rectum gleichfalls nicht untätig. Alle Körperöffnungen
vermeldeten Feuer frei.
Sehr
dunkler Kot im Aggregatzustand einer Schweizer Trinkschokolade fand
seinen Weg auf den vormals noch vor Sauberkeit strotzenden Fußboden.
Durch ihren Mund kübelte halbverdautes Essen. Reste von Pisse
mischten sich mit der selbst produzierten Schweizer Trinkschokolade .
Ihr Magen fühlte sich jetzt merklich leerer an. Bauch erkaltetes
wertloses Fleisch. Sie zitterte am ganzen Körper. Läuterung, aber
Kopffarbe einer Hochland Tomate. Mission trotzdem vollendet – was
Beatrix anpackt, schafft sie eben auch. Ein kurzer Anflug von Stolz.
Aber auch Beschämung.
Keine
Zeit, zum innehalten. Ihre Mutter oder Mohammed durften auf keinen
Fall etwas mitbekommen. Also putzen, putzen und nochmals putzen.
Zuerst einmal sich selbst. Nachdem sie mittels einiger Feucht Tücher
notdürftig ihr verkotetes Hinterteil gereinigt hatte, machte sie
sich auf in Richtung Badezimmer.
Die
Spuren ihrer Katharsis würde sie anschließend wegputzen. Pfütze
ihres Durchfalls aber sofort. Nicht, das man sie nachher noch in
Flagranti erwischt. Scham und immer noch genügend Feucht Tücher in
der Packung. Also wieder zurück in den Toiletten Raum. Sie durfte
jetzt nicht unlogisch werden. Rasender Puls. Die eigenen
Ausscheidungen brachten sie wieder leicht zum Würgen. In der kurzen
Zeit konnte das vollautomatische Geruch Regulierung System nicht viel
ausrichten.
Vor
der Toilette eine größere Lache sehr dünnem Stuhlgang. Durch
rostigen Urin weiter aufgeweicht. Unverdautes Paprikastück als
Sahnehaube. Beatrix näherte sich vorsichtig ihrem Werk. Barfuß,
kleine Schritte – bitte keine Spuren an die Füße. Feucht Tuch als
Waffe. Aber bitte doppelt. Sie musste den Kampf gewinnen. Der Weg
zurück war jedes Mal am schwierigsten.
Das
Tuch war sofort sehr aufgeweicht und damit unbrauchbar geworden.
Schwarz braune Farbe – würgender Geruch. Mit Schwung ab damit in
die Toiletten Schüssel. Kotzbrocken getroffen und in die Tiefen der
Kanalisation versenkt. Nächste Runde, frisches Feucht Tuch. Ihre
Ausscheidungen waren hartnäckig.
Beatrix musste an Albert Camus und seinen Mythos von Sisyphos denken. Pflichtlektüre damals im Französisch Leistungskurs. Er hatte wenigstens nur mit Felsbrocken zu kämpfen.
Beatrix musste an Albert Camus und seinen Mythos von Sisyphos denken. Pflichtlektüre damals im Französisch Leistungskurs. Er hatte wenigstens nur mit Felsbrocken zu kämpfen.
Die
intelligenten Boxen hatten sich inzwischen abgeschalten – oder
besser gesagt, waren in den Stand By Modus gewechselt -, da es 01.30
Uhr geworden war. Normalerweise ihre typische zu Bett geh Zeit.
Noch
bevor die Feucht Tücher komplett alle geworden waren, hatte sich der
flüssig Stuhl in seinen ihm gesellschaftlich zugestandenen Ort
verabschiedet. Sie änderte ihren Handlungsplan daher in zuerst zu
Ende putzen und danach in der Badewanne den Körper reinwaschen. Die
Hände desinfizieren auf keinen Fall vergessen. Das
Desinfektionsspray hatte ihr schließlich 20 Payroll Punkte
eingebracht.
Kleine
Kot Spritzer an der rechten Hand. Ekelhaft. Später in der Firma
musste sie funktionieren. Sie begutachtete ihren ballonhaften Bauch.
Ob auch wirklich alles wieder fort war ? Toilettenreiniger musste in
die Toilette. Und zwar viel. Im Toiletten Schrank eine XXL Packung.
Rein damit – so wie jedes mal. Einwirken lassen. Hoffentlich wirken
später die Schlaftabletten von Dr. W. Einen Steifen hatte sie noch.
To do Liste : morgen unbedingt an ein neues Rezept denken. Puls
immer noch viel zu schnell.
Mohamed
war zufriedener als zufrieden. Euphorische Kundschaft und beinahe ab
verkaufter Warenbestand. Und dies um noch nicht einmal 2 Uhr morgens.
Er
überlegte kurz, ob er bei seinem Landsmann telefonisch Nachschub
ordern sollte. Wach war der unter Garantie noch. Nachts
experimentierte er nämlich meistens an der chemischen
Zusammensetzung von neuen Produkten. Die Konkurrenz schläft nicht –
immer die besten Pillen zum besten Preis. Und in dieser Beziehung gab
es kaum einen besseren. Kein Vergleich zum dem gestreckten und
überteuerten Zeug, was er früher zu Hause an Touristen verkauft
hatte.
Mohamed
entschied sich allerdings dann doch gegen eine telefonische
Kontaktaufnahme. Eine gesunde Paranoia hatte in den letzten Monaten
von seinem Geist Besitz ergriffen. Nachher hören die Bullen noch
sein Smart Phone ab. Telefonieren ist viel zu riskant. Die Geschäfte
mussten schließlich noch lange weitergehen. Falls nötig, muss er
halt der Dicken einen Heiratsantrag machen. Aber heute gewiss nicht
mehr. Ihm war jetzt eher nach feiern. Der DJ hatte ihn für später
auf eine Line Koka eingeladen. Warum eigentlich nicht ? Mohamedfühlte sich leicht müde. Etwas zum aufputschen ist diesbezüglich
sicher kein Fehler. Er war in feindliches Land zum siegen ausgezogen.
Beatrix
hatte inzwischen ihre Toilette wieder in ihren Ursprungszustand
zurückversetzt . Ihr Körper sollte als nächstes folgen, daher
folgte folglich der Besuch des Badezimmers. Obwohl sie sich
ausgelaugt, müde und schuldig fühlte – ohne zu baden hatte sie
keinen Schlaf verdient.
Auch in
diesem Funktionsbereich der Wohnung wurde das meiste von moderner
Digitaltechnik geregelt. Mehrere Badeprogramme standen zur Auswahl.
Sie entschied sich für „Relax and Sleep“. Wohltemperiertes
Wasser mit optimal abgestimmten Essenzen fanden vollautomatisch ihren
Weg in die weiße und an die Epoche des Jugendstils angelehnte
Badewanne. Parallel meldeten sich auch die intelligenten Boxen wieder
zu Gehör. Und zwar mit indischer Meditationsmusik aus den 70er
Jahren.
Um
wieder etwas herunter zu kommen, genehmigte sie sich vor dem Bade
eine Tavor 1,0 mg. Schließlich musste sie ja irgendwann auch noch
schlafen. Und zwar ohne Angst. Dr. W. würde ihr morgen sowieso
wieder ein neues Rezept geben. Bislang hatte es diesbezüglich noch
nie Schwierigkeiten gegeben. Nach der Badewanne durfte sie aber auch
die Schlaftablette nicht vergessen. Bei der Arbeit wollte sie auf
jeden Fall fit wirken. Morgen würde sicher auch wieder ihre Mutter
anrufen. Oder gar vorbeikommen. Sie musste für alle Fälle gewappnet
sein. Nicht aus der Rolle fallen.
Die ersten 9 Kapitel als praktisches Ebook ?
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