Samstag, 5. Januar 2019

Folge 009 (5.1.19)


#Beatrix tut Buße (Kapitel 09)

 

Jeder muss für seine Sünden Verantwortung übernehmen. Beatrix stand auf, verließ die Küche und wankte in Richtung Toilette. Ihr Magen fühlte sich wie ein Fußball an, welchen man zu lange der Ballpumpe überlassen hatte.
Selbstverständlich war auch dieser ganz in rosa gehaltene Raum mit moderner Digitaltechnik ausgestattet. Vollautomatische Lichtregulation; beim Betreten des Raumes wurde präventiv eine Reinigungsflüssigkeit in die Toiletten Schüssel gegeben.
Beatrix fixierte ihre halblangen blondierten Harre mittels eines schwarzen Haargummis. Sie betrachtete sich in dem über dem Waschbecken angebrachten Jugendstil Spiegel. Immer noch Yufka Reste und Soße um ihren Mundwinkel. Das Make Up hatte fast komplett aufgehört, zu existieren. Verschmierter Lippenstift. Beatrix zog ihren Kimono aus und war jetzt komplett nackt. Sie streichelte über ihren komplett aus den Fugen geratenen Bauch. Das Fleisch fühlte sie kalt an. Tod. Brustwarzen immer noch seltsam aufgerichtet; rote Streifen um die Fett Wucherungen. Der Wasserhahn spendete kaltes Wasser. Es lief über ihre verschwitzten Hände. Flüssig Seife gegen die Bakterien. Auch hierfür gab es Payroll Punkte. Seife, nichts als Seife. Das Wasser entfernte sie restlos.
Ihre Brüste erinnerten sie an Melonen der Handelsklasse D. Beatrix öffnete den kleinen Schrank unter dem Waschbecken. Die automatische Beleuchtung funktionierte hier auch tadellos. Sie entnahm eine 100er Packung mit Einmal Fingerlingen aus Latex. Die Packung war halb leer. Doppelte Zahl an Payroll Punkten. Je einen stülpte sie über Mittel- und Zeigefinger ihrer rechten Hand. Der Schutz passte trotz ihrer Wurstfinger perfekt. Auf keinen Fall den Nagellack ruinieren. Scham Behaarung bereits wieder einen Tick zu lang. Vielleicht wäre erneutes waxing doch eine Alternative.

Der Magen hämmerte im Schranz Style. Sie versuchte aufzustoßen ; Fehlanzeige. Raumtemperatur angenehme 23 Grad. Beatrix kniete sich vor die Toilettenschüssel. Das Rosarot glänzte wie im Werbefilm eines Toiletten Reinigung Herstellers. Nicht einmal den Ansatz einer Verunreinigung konnte sie erkennen. Eine Toiletten Schüssel, aus welcher man sogar essen könnte. Saubere Schüssel – der Stolz eines jeden Haushaltes. Hochglanz Werbe Prospekt. Beatrix war stolz. Toilette - der ewige Kreislauf von Nahrung. 

 

Perfekt day“ von Lou Reed aus den intelligenten Boxen. Das Latex der Fingerlinge war Geruch neutral. Zeige- und Mittelfinger berührten Beatrix heute früh noch frisch geschrubbte Zunge. Immer tiefer in den Hals. Mit der linken Hand massierte sie ihren aufgequollenen Bauch. Ihr Gurgel Zapfen fühlte sich entzündet und krank an. Sie musste ihn reizen; herausfordern. Tränen Fluss in den Augen. Noch einmal.
Rhythmisch bewegte Beatrix ihren rechten Mittelfinger. Vor- und zurück. Tiefer; immer tiefer. Lediglich verstärkter Speichelfluss – sonst nichts. Sonst klappte derlei immer viel besser.
Sie musste für ihre Sünden bezahlen. Beatrix stand auf und setzte sich auf die Schüssel. Fast rostiger Urin Fluss. Reichlich. Sie griff nach dem gleichfalls rosaroten Zahnputzbecher mit Manga Motiv. Auch dieser strahlte vor Sauberkeit. Steril Bakterien Frei.
Beatrixhielt ihn in die Toiletten Schüssel und versuchte, hinein zu pinkeln. Ihr mächtiger Bauch erschwerte dieses Unterfangen zusätzlich. Warmer Saft und Hand machten Bekanntschaft. Immerhin ein Teil fand den Weg in den Becher. Halbvoll; höchstens. Sie presste nach. Ein paar Spritzer; sonst nichts. Bariton Gasentladung aus dem Rectum. Inhaltsleer. Bauch nahe am platzen.

Beatrix stand auf und kniete sich wieder vor die Toiletten Schüssel. In der Linken hielt sie den halb voll gepinkelten Zahnputzbecher. An den Fingern riechen. Der Urin war nicht Geruchs neutral. Bestialischer Geruch. Würgen, doch das große Fressen will sich nicht zeigen. Auch die Fingerlinge rochen nach Pisse. Trotzdem noch einmal in Richtung Gurgel Zapfen. Wenigstens ein kleiner Strahl, welcher so etwas wie Lasagne vermuten ließ. Die Peperoni war praktisch unverdaut. Trotzdem Hoffnung.

Zahnputzbecher angesetzt und in einem Zug gelehrt. Würgen, Würgen und nochmals Würgen. Katharsis in Form einer gewaltigen Fontäne. Kreislauf von Nahrung. Reingewaschene Schuld. Mehr, Mehr, immer mehr. Sie durfte jetzt nicht nachlassen. Beatrix enttäuschte sich nicht; eine weitere Salve wurde durch ihre Speiseröhre nach oben geschleudert. Bitterer Nachgeschmack.
Das vollautomatische Geruch Regulierung System hatte in der geräumigen Toilette alle Sensoren voll zu tun. Die Musik Untermalung der intelligenten Boxen war zur Nebensache geworden. Trotzdem taten diese immer noch zuverlässig ihren Dienst. Selbst aus Beatrix Nase trat Rotze. Rectum gleichfalls nicht untätig. Alle Körperöffnungen vermeldeten Feuer frei.
Sehr dunkler Kot im Aggregatzustand einer Schweizer Trinkschokolade fand seinen Weg auf den vormals noch vor Sauberkeit strotzenden Fußboden. Durch ihren Mund kübelte halbverdautes Essen. Reste von Pisse mischten sich mit der selbst produzierten Schweizer Trinkschokolade . Ihr Magen fühlte sich jetzt merklich leerer an. Bauch erkaltetes wertloses Fleisch. Sie zitterte am ganzen Körper. Läuterung, aber Kopffarbe einer Hochland Tomate. Mission trotzdem vollendet – was Beatrix anpackt, schafft sie eben auch. Ein kurzer Anflug von Stolz. Aber auch Beschämung.

Keine Zeit, zum innehalten. Ihre Mutter oder Mohammed durften auf keinen Fall etwas mitbekommen. Also putzen, putzen und nochmals putzen. Zuerst einmal sich selbst. Nachdem sie mittels einiger Feucht Tücher notdürftig ihr verkotetes Hinterteil gereinigt hatte, machte sie sich auf in Richtung Badezimmer.

Die Spuren ihrer Katharsis würde sie anschließend wegputzen. Pfütze ihres Durchfalls aber sofort. Nicht, das man sie nachher noch in Flagranti erwischt. Scham und immer noch genügend Feucht Tücher in der Packung. Also wieder zurück in den Toiletten Raum. Sie durfte jetzt nicht unlogisch werden. Rasender Puls. Die eigenen Ausscheidungen brachten sie wieder leicht zum Würgen. In der kurzen Zeit konnte das vollautomatische Geruch Regulierung System nicht viel ausrichten.
Vor der Toilette eine größere Lache sehr dünnem Stuhlgang. Durch rostigen Urin weiter aufgeweicht. Unverdautes Paprikastück als Sahnehaube. Beatrix näherte sich vorsichtig ihrem Werk. Barfuß, kleine Schritte – bitte keine Spuren an die Füße. Feucht Tuch als Waffe. Aber bitte doppelt. Sie musste den Kampf gewinnen. Der Weg zurück war jedes Mal am schwierigsten.
Das Tuch war sofort sehr aufgeweicht und damit unbrauchbar geworden. Schwarz braune Farbe – würgender Geruch. Mit Schwung ab damit in die Toiletten Schüssel. Kotzbrocken getroffen und in die Tiefen der Kanalisation versenkt. Nächste Runde, frisches Feucht Tuch. Ihre Ausscheidungen waren hartnäckig. 
Beatrix musste an Albert Camus und seinen Mythos von Sisyphos denken. Pflichtlektüre damals im Französisch Leistungskurs. Er hatte wenigstens nur mit Felsbrocken zu kämpfen.

Die intelligenten Boxen hatten sich inzwischen abgeschalten – oder besser gesagt, waren in den Stand By Modus gewechselt -, da es 01.30 Uhr geworden war. Normalerweise ihre typische zu Bett geh Zeit.
Noch bevor die Feucht Tücher komplett alle geworden waren, hatte sich der flüssig Stuhl in seinen ihm gesellschaftlich zugestandenen Ort verabschiedet. Sie änderte ihren Handlungsplan daher in zuerst zu Ende putzen und danach in der Badewanne den Körper reinwaschen. Die Hände desinfizieren auf keinen Fall vergessen. Das Desinfektionsspray hatte ihr schließlich 20 Payroll Punkte eingebracht.
Kleine Kot Spritzer an der rechten Hand. Ekelhaft. Später in der Firma musste sie funktionieren. Sie begutachtete ihren ballonhaften Bauch. Ob auch wirklich alles wieder fort war ? Toilettenreiniger musste in die Toilette. Und zwar viel. Im Toiletten Schrank eine XXL Packung. Rein damit – so wie jedes mal. Einwirken lassen. Hoffentlich wirken später die Schlaftabletten von Dr. W. Einen Steifen hatte sie noch. To do Liste : morgen unbedingt an ein neues Rezept denken. Puls immer noch viel zu schnell.

Mohamed war zufriedener als zufrieden. Euphorische Kundschaft und beinahe ab verkaufter Warenbestand. Und dies um noch nicht einmal 2 Uhr morgens.
Er überlegte kurz, ob er bei seinem Landsmann telefonisch Nachschub ordern sollte. Wach war der unter Garantie noch. Nachts experimentierte er nämlich meistens an der chemischen Zusammensetzung von neuen Produkten. Die Konkurrenz schläft nicht – immer die besten Pillen zum besten Preis. Und in dieser Beziehung gab es kaum einen besseren. Kein Vergleich zum dem gestreckten und überteuerten Zeug, was er früher zu Hause an Touristen verkauft hatte.
Mohamed entschied sich allerdings dann doch gegen eine telefonische Kontaktaufnahme. Eine gesunde Paranoia hatte in den letzten Monaten von seinem Geist Besitz ergriffen. Nachher hören die Bullen noch sein Smart Phone ab. Telefonieren ist viel zu riskant. Die Geschäfte mussten schließlich noch lange weitergehen. Falls nötig, muss er halt der Dicken einen Heiratsantrag machen. Aber heute gewiss nicht mehr. Ihm war jetzt eher nach feiern. Der DJ hatte ihn für später auf eine Line Koka eingeladen. Warum eigentlich nicht ? Mohamedfühlte sich leicht müde. Etwas zum aufputschen ist diesbezüglich sicher kein Fehler. Er war in feindliches Land zum siegen ausgezogen.

Beatrix hatte inzwischen ihre Toilette wieder in ihren Ursprungszustand zurückversetzt . Ihr Körper sollte als nächstes folgen, daher folgte folglich der Besuch des Badezimmers. Obwohl sie sich ausgelaugt, müde und schuldig fühlte – ohne zu baden hatte sie keinen Schlaf verdient.

Auch in diesem Funktionsbereich der Wohnung wurde das meiste von moderner Digitaltechnik geregelt. Mehrere Badeprogramme standen zur Auswahl. Sie entschied sich für „Relax and Sleep“. Wohltemperiertes Wasser mit optimal abgestimmten Essenzen fanden vollautomatisch ihren Weg in die weiße und an die Epoche des Jugendstils angelehnte Badewanne. Parallel meldeten sich auch die intelligenten Boxen wieder zu Gehör. Und zwar mit indischer Meditationsmusik aus den 70er Jahren.

Um wieder etwas herunter zu kommen, genehmigte sie sich vor dem Bade eine Tavor 1,0 mg. Schließlich musste sie ja irgendwann auch noch schlafen. Und zwar ohne Angst. Dr. W. würde ihr morgen sowieso wieder ein neues Rezept geben. Bislang hatte es diesbezüglich noch nie Schwierigkeiten gegeben. Nach der Badewanne durfte sie aber auch die Schlaftablette nicht vergessen. Bei der Arbeit wollte sie auf jeden Fall fit wirken. Morgen würde sicher auch wieder ihre Mutter anrufen. Oder gar vorbeikommen. Sie musste für alle Fälle gewappnet sein. Nicht aus der Rolle fallen.

 


Die ersten 9 Kapitel als praktisches Ebook ?

 

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